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1984-1998

1984 Als Adolf Weis aus dem aktiven Vereinsleben ausschied, übernahm Arno Hupprich, der mittlerweile sein Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, die Leitung des Schülerorchesters und der Melodica-Gruppe. Nach Hans Ecker stand dem Verein nun wieder ein hauptamtlich tätiger Musiklehrer zur Verfügung, der vorrangig die musikalische Ausbildung der Spielerinnen und Spieler förderte und durch Integration junger und Reaktivierung ehemaliger Spielerinnen und Spieler das Akkordeonensemble bald wieder auf Orchesterstärke erweitern konnte. Zusammen mit dem unter Willi Pastors neu formierten Akkordeon-Sextett und dem Jugendorchester unter Leitung von Volker Gilcher wurde in dieser Zeit ein Aufschwung eingeleitet, der schon im ersten Frühjahrskonzert 1984 erkennbar war und der sich in den folgenden Konzerten immer deutlicher abzeichnete. Noch im selben Jahr konnte das Sextett mit der Wiederaufnahme der Festlichen Konzerte an frühere Erfolge anknüpfen und erhielt für seine Darbietungen viel Lob und Anerkennung.

1986 Von dieser raschen Aufwärtsentwicklung des Vereins (seit 1985 wieder unter dem Vorsitz von Franz Altherr) sowie dem allmählichen Reifen der musikalischen Ausdruckskraft profitierten alle Aktiven, die bald für ihren unermüdlichen Einsatz belohnt wurden: Mit der Beteiligung am 2. Internationalen Akkordeonfestival in Innsbruck konnte man mit einem 4. Platz und dem Prädikat “hervorragend” in der Kategorie “Hauptstufe” unter 45 internationalen Mitstreitern den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern.

1987 Die positive Resonanz dieser Fahrt sowohl unter den Spielerinnen und Spielern als auch unter den Mitreisenden bestärkte den Verein in seinem Vorhaben, neben den üblichen Veranstaltungen in Landstuhl weitere Fahrten zu organisieren. So gastierte das Orchester unter anderem in Bad Kreuznach, im Rosengarten in Zweibrücken und im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken. Höhepunkt des Jahres war eine vom 17. bis 21. Juni durchgeführte Konzertreise mit Gastspielen in Baden-Baden, Bad Herrenalb, Freudenstadt und Bad Dürrheim. Überall erhielt das Westpfälzische Akkordeon-Orchester Landstuhl unter Leitung von Arno Hupprich viel Beifall und Anerkennung.

1988 wurde das 40jährige Vereinsjubiläum begangen. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete das Festkonzert am 26. März mit einem Gastspiel des Landes-Jugend-Akkordeon-Orchesters aus Rheinland-Pfalz unter Leitung von Klaus Kronibus, in dem Leistungsträger verschiedener Orchester aus ganz Rheinland-Pfalz gemeinsam musizierten - darunter auch 7 Spielerinnen und Spieler aus Landstuhl. Zum Gelingen des Jubiläumskonzertes im Oktober in der Sickingen-Sporthalle trug der Männerchor 1866 e.V. Landstuhl mit bei. Den denkwürdigen Abschluss des Jubiläumsjahres bildete das Festliche Konzert am 18. Dezember.

1989 war eine personelle Veränderung zu verzeichnen. Volker Gilcher, der 10 Jahre für das WAO als Dirigent tätig war, mußte aus beruflichen Gründen die Leitung des Jugenorchesters an Arno Hupprich abgeben. Als neuer Dirigent baute Stephan Staß wieder ein Schüler-Orchester auf und gründete gleichzeitig mit einigen Spielerinnen und Spielern ein Jugendensemble. Als Höhepunkt des Jahres stand erneut eine Fahrt nach Innsbruck zum 3. Internationalen Akkordeonfestival auf dem Programm. An eine Steigerung des des im Jahr 1986 errungenen Erolgs  hatte niemand geglaubt, doch ein 3. PLatz in der Kategorie Hauptstufe mit dem Prädikat “hervorragend” belehrte die Spielerinnen und Spieler und die diesmal in großer Zahl mitgereisten “Fans” eines Besseren. Im Oktober diesen Jahres fand das erste Freundschaftstreffen mit den Harmonikafreunden Plochingen 1930 e.V. statt. Die Kontakte waren ursprünglich von Arno Hupprich geknüpft worden, der den Leiter dieses Orchesters, Jürgen Mutuschek, während seines Studiums in Trossingen kennengelernt hatte. In einem Konzert in Bad Kreuznach, bei dem das Landstuhler Akkordeon-Enemble am 3. November gastierte, konnte dieses seinen guten Ruf als niveauvolle Spielgruppe weiter ausbauen.

1990 Als das inzwischen wieder zur Tradition gewordene Festliche Konzert zum zehnten Mal veranstaltet wurde, nahm man dies zum Anlaß, den Erlös des Konzertes am 21. Januar zugunsten der Landstuhler Kindergärten zu spenden. Im Frühjahrskonzert am 12. Mai ehrte man den Komponisten Rudolf Würthner, der mit seinem Engagement als Leiter des Orchester des Hauses Hohner und mit seinen zahlreichen Kompositionen dem Akkordeon zu großer Achtung und Anerkennung verholfen hat. Ein eigens dafür zusammengestelltes Ensemble spielte die Variationen über ein eigenes Thema, einem der schönsten Werke für Akkordeon-Orchester überhaupt. Dieses Konzert wird nicht nur in den Annalen des WAO als längstes Konzert eingehen, sondern wohl auch als eines der besten. Nie zuvor wurden in Landstuhl Werke mit einem solchen Schwierigkeitsgrad von einem Akkordeon-Orchester aufgeführt. Vom 14. bis 17. Juni fand die zweite Konzertreise in den Schwarzwald statt, wo das Orchester und das Ensemble mit Konzerten in Baden-Baden, Bad Herrenalb und St. Blasien wieder begeisterten Beifall ernten konnten. Am 25. Juni wurde erneut ein Freundschaftskonzert veranstaltet, diesmal mit dem Underholdingsensemble aus Asker bei Oslo. Dies war ebenfalls möglich geworden, weil der Leiter dieses Ensembles, Lars Arnevik, ein Studienkollege von Arno Hupprich gewesen war.

1991 Die Internationalität der vom Westpfälzischen Akkordeon-Orchester durchgeführten Konzerte konnte weiter gesteigert werden, als im Rahmen eines Freundschaftskonzertes am 19. April das Akkordeon-Orchester “Newa” aus St. Petersburg unter der Leitung von Michael Goworuschko zusammen mit der Folklore-Gruppe “Souvenier” bei seiner Deutschlandtournee in Landstuhl ein Gastspiel gab. Die Spielerinnen und Spieler wurden vom damaligen Stadtbürgermeister, Herrn Ludwig Faulhaber, persönlich begrüßt, der damit zum ersten Mal während seiner Amtszeit Gäste aus der damaligen Sowjetunion empfangen konnte.

1992 Mit einem musikalische Leckerbissen der besonderen Art wurde das Konzertjahr eröffnet. Für das Festliche Konzert des Akkordeon-Ensembles am 26. Januar konnte der Akkordeon-Solist Werner Glutsch verpflichtet werden, der Kennern des Metiers als Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe bekannt ist. Die lokale Presse würdigte die erfolgreiche Veranstaltung mit der Schlagzeile: “Selten Gespieltes auf hohem Niveau serviert”. Beim 4. Internationalen Akkordeonfestival in Innsbruck wagte sich das Westpfälzische Akkordeon-Orchester Landstuhl erstamls in die Oberstufe und belegte überraschend den 8. Platz mit dem Prädikat “hervorragend”, was angesichts der hohen Schwierigkeit der Literatur sowie der harten internationalen Konkurrenz alle bisher gefeierten Erfolge in den Schatten stellte. In diesem Jahr waren auch hervorragende Ergebnisse in Solo- und Duo-Wettbewerben erzielt worden, so daß man wahrscheinlich vom erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeshichte sprechen kann. Doch solche Erfolge relativieren sich schnell angesichts sehr ernster Probleme das alltäglichen Lebens. Als bekannt wurde, daß eine ehemalige Spielerin des WAO an Leukämie erkrankt war und neben medizinischer auch dringender finanzieller Hilfe bedurfte, erklärte sich das Ensemble des Vereins spontan bereit, ein Benefiz-Konzert zu veranstalten, was ein Erlös von mehr als 1000 DM erbrachte.

1993 Anfang des Jahres wurde innerhalb des Vereins eine Jugendabteilung gegründet. Hierdurch wurde den jungen Aktiven ein Mitspracherecht ermöglicht und bei ihnen das Interesse für Belange des Vereins geweckt, die über das Musizieren hinausgehen. Seitdem hat diese Abteilung verschiedene feste Aufgaben übernommen. so organisierten die Jugendlichen die Labach-Freizeiten, Weihnachtsfeiern, Faschings-Partys, kleinere Fahrten und Wandertage und zeigten nie geahnte Talente beim Dekorieren der Räumlichkeiten für Konzerte und beim Weihnachtsbasteln mit den Jüngsten des Vereins. Am 5. Juni kam es zu einem bemerkenswerten Konzert, das als Eröffnungskonzert zur Konzert-Reise geplant war und zu einem Geburtstags-Konzert für den Leiter Arno Hupprich geriet, der mit einem von Rossini komponierten (Die Seidene Leiter) und von den Spielerinnen und Spielern zu einem besonderen Geburstagsständchen umfunktionierten Stück überrascht wurde. Anschließend ging es vom 10. bis 13. Juni wieder einmal auf große Fahrt, zur Freude vieler aktiver und passiver Mitglieder, diesmal nach Bad Rappenau und Bad Windsheim. Ein Ausflug in das malerische Städtchen Rothenburg ob der Tauber rundete das Programm ab.

1994 Mittlerweile hatte man den Plochinger Harmonikafreunde einen Gegenbesuch abgestattet und war bei einem Gemeinschaftskonzert mit dem weltbekannten Hohner Orchester 1927 e.V. Trossingen aufgetreten, bei dem die beiden Leiter Jürgen Matuschek und Arno Hupprich während ihres Studiums einige Jahre gemeinsam musiziert hatten. Ein freudiges Wiedersehen gab es, als die “Plochinger” am 22. Oktober zum 2. Mal in Landstuhl gastierten.

1995 fanden einige personelle Veränderungen statt: Michael Landau übernahm für zwei Jahre den Vorsitz des Vereins und Stephan Staß mußte aus beruflichen Gründen seine Dirigententätigkeit aufgeben. Das 5. Internationale Akkordeonfestival führte das Westpfälzische Akkordeon-Orchester wieder einmal nach Innsruck, wo es diesmal trotz äußerst kurzer Vorbereitungszeit und Mitwirkung einiger junger Spielerinnen und Spieler, die erst kurz zuvor aus dem Jugendorchester übenommen worden waren, eine gute Platzierung erreichte und mit einem Stück aus der Oberstufe das Prädikat “ausgezeichnet” zuerkannt bekam. Zusätzlich zu den traditionellen Konzerten fand in diesem Jahr ein Konzert im Volkspark Kaiserslautern statt, bei dem trotz der sommerlichen Jahreszeit der Wettergott jedoch nicht so richtig mitspielen wollte.

1996 Da man in den Jahren 1994 und 1995 auf das traditionelle Sommerfest verzichtet hatte, das jahrelang an der Zehntenscheune als Tag der fröhlichen Harmonika gefeiert worden war, konnte man ruhig einmal etwas neues ausprobieren: Am 3. November wurde erstmal ein Musik-Café in der neueröffneten Stadthalle der Sickingen-Stadt durchgeführt. Es wurde mit allen musikalischen Gruppen des Vereins gespielt. Die überwältigende Resonanz ließ erkennen: Hier bahnte sich eine neue Tradition an.

1997 wurde dies im zweiten Musik-Café am 9. November eindrucksvoll bestätigt. Mehr als 250 Besucher bedeuteten absoluten Besucher-Rekord, woran auch die überraschend mit dem Bus angereisten Gäste des neugegründeten Akkordeon-Orchesters aus Pont-à-Mousson ihren Anteil hatten.

1998 feierte das Westpfälzische Akkordeonorchester sein 50jähriges Bestehen. Der Höhepunkt dieses Jubiläumsjahres war ein Galakonzert am 7. November, wo sich neben dem Landstuhler Orchester auch das Akkordeonorchester Baltmannsweiler unter Leitung von Thomas Bauer, sowie der Pianist Paul-Ernst Knötzele präsentierten. An diesem Abend spielte das Westpfälzischen Akkordeonorchester zum letzten Mal unter dem Dirigent von Arno Hupprich, der Landstuhl aus beruflichen Gründen verließ. Sein Weggang bedeutete für den Landstuhler Verein einen Neubeginn. Valerian Helbling wurde als neuer Dirigent des Westpfälzischen Akkordeonorchesters gewonnen. Waldemar Waßmann übernahm die Leitung des Jugendorchesters und Stephan Staß zeichnet seit 1998 für die musikalische Entwicklung des Landstuhler Akkordeon-Ensembles verantwotlich.

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